德(后面有中文翻译的,时政,无cp,进来看看吧😭

Derjenige, der in der Mitte steht

(那个站在中间的人)

Er stand am Fenster des Kanzleramts und sah zu, wie der Regen auf die Spree fiel.

Das Gesicht im Glas war müde. Fünfzig Jahre alt, aber die Augen sahen älter aus – grau wie der Berliner Novemberhimmel, mit feinen Rändern um die Iris, die vom vielen Sorgen gekommen waren. Er hieß Deutschland. Aber die meisten nannten ihn einfach den in der Mitte.

Mitte von was? Mitte von Europa. Mitte von jedem Streit. Mitte von dem Loch, das jemand in die Ostsee gesprengt hatte, vor zwei Jahren, und das immer noch nicht gestopft war.

Er drehte sich um. Auf dem Schreibtisch lag ein Stapel Papier, so hoch wie sein Unterarm. Die oberste Mappe trug den Titel: Haushalt 2025. Darunter: Schuldenbremse. Darunter: Kindergeld. Darunter: Industriestrompreis.

Er nahm die oberste Mappe in die Hand. Sie wog fast nichts. Aber er wusste, dass sie Tonnen wog, wenn man sie öffnete.

Die Tür ging auf. Sein Finanzminister kam herein – ein Mann mit schmalen Lippen und dem Gesicht eines Buchhalters, der nachts von schwarzen Nullen träumt.

„Wir müssen sparen“, sagte der Finanzminister.

„Ich weiß.“

„Überall.“

„Ich weiß.“

„Auch bei denen, die es nicht verstehen.“

Deutschland legte die Mappe zurück auf den Stapel. Er sah seinen Finanzminister an – diesen Mann, der wirklich glaubte, dass man ein Land führen kann, indem man plus und minus rechnet. Dass Politik eine Excel-Tabelle ist.

„Weißt du“, sagte Deutschland leise, „was das Schwerste ist an diesem Job?“

Der Finanzminister schwieg.

„Nicht das Sparen. Nicht das Verhandeln. Nicht das Erklären.“ Deutschland trat vom Fenster weg. „Das Schwerste ist, allen gerecht zu werden, wenn keiner mehr genug bekommt.“

Der Finanzminister wollte etwas sagen, aber in diesem Moment klingelte das Telefon. Das rote. Das aus Paris.

Deutschland hob ab.

„Ja“, sagte er. „Ich habe den Bericht gesehen.“ Pause. „Nein, ich glaube nicht, dass er durchkommt.“ Pause. Länger. „Weil die anderen nicht mitgehen. Die Polen nicht. Die Balten nicht. Und die Ungarn schon gar nicht.“

Er hörte zu. Die Stimme aus Paris sprach schnell, fast drängend. Es ging um Schulden. Es ging um Regeln. Es ging darum, dass Frankreichs Gesicht lang wurde, wenn es in die Spiegel der Euro-Zone sah.

„Ich kann nicht einfach alles brechen“, sagte Deutschland am Ende. „Ich bin der, der die Mitte hält. Wenn ich falle, fällt alles.“

Er legte auf.

Der Finanzminister war gegangen. Deutschland stand allein im Raum, umgeben von den Papierstapeln, die alle warteten. Der Haushalt. Die Schuldenbremse. Die Taurus-Debatte. Die Migration. Die Rente. Die Brücken, die einstürzten, und die Fabriken, die dichtmachten.

Er ging zurück ans Fenster. Der Regen fiel immer noch. Unten auf der Straße fuhr ein Lastwagen vorbei, beladen mit Stahl aus Duisburg. Dahinter ein Tesla, made in Brandenburg. Dahinter ein Fahrrad mit zwei Kindern im Regen.

Deutschland legte die Stirn gegen das kalte Glas.

„Mitte“, flüsterte er. „Immer nur Mitte.“

Er dachte an seinen Vater, der nie über den Krieg sprach. An seinen Großvater, der in Trümmern aufgewachsen war. An das, was sie ihm hinterlassen hatten: ein Land, das wiederaufgebaut werden musste. Ein Land, das lernen musste, Verantwortung zu tragen. Ein Land, das jetzt in der Mitte stand und nicht wusste, wie es nach links oder rechts treten sollte, ohne dass jemand schrie.

Das Telefon klingelte wieder.

Diesmal war es das weiße. Aus Kiew.

Er hob ab. Die Stimme war jung, heiser, wie immer im Februar. Sie fragte nach der Luftabwehr. Nach den Marschflugkörpern. Nach dem, was noch gehen würde und was nicht.

Deutschland hörte zu. Dann sagte er: „Ich versuche es. Aber du weißt, ich kann nicht alleine entscheiden. Ich muss mit den anderen reden. Mit allen 26.“

Stille in der Leitung.

„Ich weiß“, sagte die Stimme schließlich. „Du bist ja der in der Mitte.“

Das Gespräch endete. Deutschland stand da, den Hörer noch in der Hand, und sah hinaus in den Regen. Die Spree floss grau und gleichgültig. Auf der anderen Seite des Flusses brannte Licht im Bundestag. Dort saßen sie und stritten über ihn, über sein Geld, über seine Zukunft.

Er legte den Hörer auf.

Morgen würde er nach Brüssel fahren. Dann nach Warschau. Dann nach Washington, wenn man ihn rief. Immer unterwegs, immer redend, immer vermittelnd. Immer in der Mitte.

Aber heute Abend stand er nur am Fenster und sah zu, wie der Regen fiel.

Und für einen Moment, ganz kurz, war er froh, dass niemand sah, wie schwer es ist, die Mitte zu sein, wenn die Welt an allen Enden brennt.

 

那个站在中间的人

他站在联邦总理办公室的窗前,看着雨水落在施普雷河上。

玻璃上映出的脸是疲惫的。眼睛看起来很老——灰得像柏林十一月的天空,虹膜周围有细细的纹路,那是操心太多留下的。他叫德国。但大多数人只是叫他“那个站在中间的人”。

什么的中间?欧洲的中间。每一场争吵的中间。两年前有人炸开波罗的海那个洞的中间——那个洞到现在还没补上。

他转过身。桌子上放着一摞文件,有小臂那么高。最上面的文件夹标题是:2025年预算。下面是:债务刹车。再下面是:儿童金。再下面是:工业电价。

他把最上面的文件夹拿起来。几乎没什么重量。但他知道,一旦打开,它会有几吨重。

门开了。他的财政部长走进来——一个嘴唇很薄的男人,长着那种夜里会梦见黑色零点的会计的脸。

“我们必须节省。”财政部长说。

“我知道。”

“到处都要省。”

“我知道。”

“也包括那些不理解的人。”

德把文件夹放回那摞文件上。他看着他的财政部长——这个真的相信只要算加减法就能治理国家的人。这个相信政治就是一张表格的人。

“你知道吗,”德轻声说,“这份工作最难的是什么?”

财政部长沉默。

“不是节省。不是谈判。不是解释。”德从窗边走过来。“最难的是,在谁都拿不够的时候,让所有人都满意。”

财政部长想说什么,但这时电话响了。红色的那部。从巴黎打来的。

德接起来。

“嗯,”他说,“我看到报告了。”停顿。“不,我觉得通不过。”停顿。更长。“因为其他人不跟。波兰不跟,匈牙利更不跟。”

他听着。巴黎的声音说得很快,几乎带着催促。是关于债务的。是关于规则的。

“我不能什么都打破,”德最后说,“我是那个守住中间的人。如果我倒了,一切就都倒了。”

他挂断。

财政部长已经走了。德独自站在房间里,周围是那摞等着他的文件。预算。债务刹车。金牛座导弹的争论。移民。养老金。那些坍塌的桥和关闭的工厂。

他走回窗前。雨还在下。楼下的街上,一辆卡车驶过,满载着杜伊斯堡的钢材。后面是一辆特斯拉,勃兰登堡制造的。再后面是一辆自行车,两个孩子在雨中骑车。

德把额头抵在冰凉的玻璃上。

“中间,”他低语,“永远只是中间。”

他想起自己的父亲,想起自己的祖父,。想起他们留给他的东西:一个需要重建的国家。一个必须学会承担责任的国家。一个现在站在中间、不知该向左还是向右、怕一动就有人尖叫的国家。

电话又响了。

这次是白色的那部。从基辅打来的。

他接起来。那个声音很年轻,沙哑,像往常的二月一样。问的是防空。是巡航导弹。是什么还能给、什么不能给了。

德听着。然后他说:“我试试。但你知道,我不能一个人决定。我得和别人谈。和所有26个谈。”

电话那头沉默。

“我知道,”那声音最后说,“你毕竟是那个站在中间的人。”

通话结束。德站在那里,手里还握着话筒,望着窗外的雨。施普雷河灰蒙蒙地流着,无动于衷。河对岸,联邦议院亮着灯。他们坐在那里,争论着他,争论着他的钱,争论着他的未来。

他放下话筒。

明天他要去布鲁塞尔。然后去华沙。然后去华盛顿,如果被叫去的话。永远在路上,永远在说话,永远在调解。永远站在中间。

但今晚,他只是站在窗前,看着雨水落下。

有那么一瞬间,很短很短,他庆幸没有人看见,站在中间有多难——当世界在所有的边缘燃烧。

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